Joyetech EGO AIO D22 Kit

  • Ja, die eGo AIO ist ihm wahrsten Sinne in aller Munde. Viele haben mit diesem Einsteigergerät der bekannten chinesischen Firma Joyetech zu Dampfen begonnen. Die AIO steigt in der Gunst von Anfängern immer mehr, was Grund genug ist, uns die Dampfe mal genauer anzusehen.


    Der Name AIO ist eine Abkürzung für „All-In-One“ und bedeutet so viel wie „Eine für Alles“. Als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt, war ich schon eher skeptisch, wurde aber angenehm überrascht: Je länger sie zu Testzwecken mein täglicher Begleiter war, desto mehr begann ich das handliche Gerät zu schätzen.


    Technische Daten der Joyetech eGo AIO D22 Kit

       
    Länge (incl. Drip Tip) 106,5 mm
    Durchmesser 22 mm
    Gewicht 78 g
    Tankkapazität 2 ml
    Akku 1500 mAh – nicht wechselbar
    Ladeanschluss Micro USB
    Passthrough (Feuern während des Ladevorganges) ja
       
       
    Lieferumfang  
       
    1 x Joyetech eGo AIO incl. Drip Tip  
    2 x BF-Verdampferköpfe 0,6 Ω MTL  
    1 x USB Ladekabel  
    1 x Betriebsanleitung mit Echtheitstest  
    1 x Befüllanleitung  


    Von der AIO gibt es derzeit zahlreiche Varianten, deren Unterschiede ich kurz in einer weiteren Tabelle zusammenfassen möchte, um ein wenig Licht in diesen Geräte „Wirr-Warr“ zu bringen. Zuvor aber noch Grund, warum ich mich eben für das D22-Kit entschieden habe: Weil es die handlichste und für mich eleganteste Variante der AIO ist. Zugegebenermaßen ist das aber reine Geschmackssache und bei der Vielfalt ist sicherlich für jeden das Passende erhältlich.



     

    Joyetech eGo AIO

     

    Box

    Pro

    Pro C

    AIO

    D22 XL

    D16

    D22

    Länge 43*97 mm 141 mm 145,5 mm 118 mm 131 mm 158 mm 106,5 mm
    Ø 23 mm 22 mm 22 mm 19 mm 22 mm 16,5 mm 22 mm
    Füllmenge 2 ml 4 ml 4 ml 2 ml 3,5 ml 2 ml 2 ml
    Akkukap. 2100 mAh 2300 mAh wechselb. 1500 mAh 2300 mAh 1500 mAh 1500 mAh


    Wie ersichtlich, werden in der eGo AIO-Serie außer der Pro C (dort kann man einen 18650er Akku verwenden) die Akkus fest verbaut.


    Als Basis für den Verdampfer dient ein modifizierter Cubis von Joyetech. Dabei wird der Verdampferkopf von unten an die Top Cap geschraubt.



    Das Einsetzen in den Tankraum sieht aus, als ob man einen Tauchsieder einsetzen würde und der Pluspol des Kopfes erhält beim Hineindrehen Kontakt mit dem Verdampferboden und schließt somit den Stromkreis.




    Das Ganze klingt jetzt ziemlich einfach. Das befüllen des Tanks erfolgt natürlich mit abgeschraubter Top Cap und kann sogar aus einer Gießkanne erfolgen, so breit ist die Einfüllöffnung. Beachten muss man nur die maximale Füllhöhe, die am Gehäuse mit „MAX“ bezeichnet wird. Im Falle der D22 befindet sich diese Grenze am Ende des Sichtfensters. Bei der getesteten weißen Variante ist diese Markierung sehr schwer zu lesen. Also bitte nicht darüber hinaus befüllen, sonst drückt es euch das Liquid aus dem Tank.



    1 = Maximale Füllhöhe


    Diese Konstruktion hat aber nicht nur den Vorteil des leichten Befüllens, sondern ist damit auch auslaufsicher. Das wohlbekannte „Siffen“ gehört mit dieser Verdampferart der Vergangenheit an. Was jedoch unangenehm auffällt, ist, dass der Verdampfer ganz gerne blubbert und man bekommt beim Ziehen gerne etwas Liquid in die Mundhöhle. Dies kann jedoch einfach verhindert werden, in dem man das Gerät auf den Kopf stellt und ein wenig hin und her schwingt. Damit kann man das Blubbern effektiv verhindern bzw. beseitigen. Aber keine Angst, allzu oft braucht man das nicht anwenden.


    Welche Köpfe sind nun für die AIO-Familie erhältlich: Joyetech benennt seine Köpfe „BF“. Diese haben eine Größe von 16,3 mm x 10 mm und nur diese sind für die AIO vorgesehen. Leider entspricht die BF Notch Coil oder auch der BF RBA Kopf nicht diesen Maßen und können somit nicht verwendet werden.


    0,5 Ω SS316 DL (15 – 30 Watt) – Edelstahl - Biowatte

    0,6 Ω SS316 MTL (15 – 28 Watt) – Edelstahl - Biowatte

    1,0 Ω SS316 MTL (10 – 25 Watt) – Edelstahl - Biowatte

    1,5 Ω Clapton MTL (8 – 20 Watt) – Kanthal – Biowatte


    1 = 0,5 Ω SS316 DL

    2 = 0,6 Ω SS316 MTL


    Mit dieser Auswahl muss man derzeit sein Auskommen haben. Aber ehrlich gesagt, ist dies auch vollkommen ausreichend. Auf Grund der Anfängerfreudlichkeit der AIO sind 3 Köpfe für das „Mouth To Lung“, also jene Zugtechnik, die dem Ziehen an einer Pyro am ähnlichsten ist, erhältlich. Für Leute, die gerne direkt auf Lunge ziehen („Direct Lung“), ist derzeit der 0,5 Ω Kopf gemacht. War ich anfänglich skeptisch, muss ich sagen, dass für mich als direkt auf Lunge Dampfender, der BF 0,5 Ω DL wirklich gut rüberkommt. Viel Dampf und guter Geschmack und das bei wirklich wenig Zugwiderstand – optimal und sehr empfehlenswert.


    Der große Unterschied zwischen den DL und den MTL – Köpfen besteht in der Menge der Luft, die durch sie hindurchströmen kann. Bei den MTL-Köpfen hat man auch bei komplett geöffneter AFC noch einen gehörigen Zugwiderstand. Was angenehm überrascht hat ist die Tatsache, dass man mit dem 0,5 Ω DL Coil wirklich ordentlich, ohne viel Zugwiderstand auf Lunge dampfen kann. Gut gelöst.


    Noch eine kleine Anmerkung am Rande: Die Köpfe sind nicht für VG-lastige Liquids konzipiert. Sie mit einem 30/70 (PG/VG) wird unweigerlich zum Kokeln führen, wenn man mehrere Züge hintereinander machen will. Zumindest bei mir war es so. Mit klassischen Zusammensetzungen wie 50/50 oder 55/35/10 gibt es aber keine Nachflussprobleme. Dies bitte im Hinterkopf behalten, wenn es zum Liquidkauf geht.


    Damit kommen wir zur Top Cap, Drip Tip und der Airflow Control. Zum Drip Tip ist nicht viel zu sagen. Es besteht aus Kunststoff und besitzt einen Standard-510er-Anschluss, wodurch auch andere Munstücke passen. Es hat einen Außendurchmesser von 11,3 mm, einen Innendurchmesser von 6,4 mm und eine Höhe von 11 mm. Damit lässt sich ordentlich Dampf ansaugen und ist für die AIO D22 ideal geeignet.




    Werfen wir nun einen Blick auf die Airflow Control. Diese besteht aus einem stufenlos drehbaren Ring. An der Top Cap im Bereich der Drip Tip Aufnahme ist ein Punkt angebracht. Auch der AFC-Ring besitzt einen solchen. Stehen diese beiden Punkte in einer Linie, so ist die AFC voll geöffnet. Bei einem Drehen nach links oder rechts, wird der Luftzug immer stärker und ist bei 90° vollends geschlossen. Dreht man den Ring dann in Richtung 180°, so wird der Zug immer leichter, bis er bei 180° wieder voll offen ist. Die Luft selbst wird von der Seite, über den 1,3 mm breiten Spalt zwischen AFC-Ring (Top Cap) und dem restlichen Gerätegehäuse, bezogen.


    1 = Markierungspunkt an der Top Cap

    2 = Markierung am drehbaren AFC-Ring

    3 = MAX – Kennzeichnung der maximalen Füllhöhe


    Die AFC hat noch eine besondere Funktion: sie dient auch als Kindersicherung, ähnlich wie bei den Liquidfläschchen muss man zum Öffnen der Top Cap zuerst den AFC-Ring nach unten drücken und gleichzeitig mit dem Drehen beginnen. Mit dem umgekehrten Weg dreht man auch die Top Cap samt Coil wieder auf das Gerät.


    1 = Drücken beim Zudrehen


    Der Rest der AIO D22 steht im Zeichen der Ergonomie. Der Feuertaster ist mit 10 x 10 mm schön groß und leicht erreichbar. Der Druckpunkt ist sehr angenehm und das Feuern wird mit einem deutlichen Klicken quittiert. Die AIO besitzt eine Zuglängenbegrenzung von 15 Sekunden. Ein- und ausgeschaltet wird mit einem 5-fach Klick bewerkstelligt.



    Geladen wird das Gerät über einen Micro-USB Port mit einem Strom von ca. 0,85 Ampere, womit der Akku wirklich rasch geladen wird. Bis er randvoll ist, vergehen knapp 3 Stunden. Also eine sehr akzeptable Zeit, sofern das Ladegerät mindestens 1 Ampere abgeben kann. Während des Ladevorganges leuchtet die LED der Tankbeleuchtung bzw. des Feuerknopfes rot und geht dann beim vollen Akku.



    Damit kommen wir schon zu der einzigen Einstellmöglichkeit der eGo AIO D22: Die Anpassung der Tankbeleuchtung, die insgesamt 7 Farben ermöglicht. Auch auf ein gänzliches Beleuchten kann verzichtet werden, aber warum: Schaut doch wirklich cool aus, wenn die farbige LED beim Feuern langsam angeht, beim Loslassen des Feuertasters wieder langsam ausgeht, um anschließend wieder für ca. 5 Sekunden den Tank voll zu beleuchten. Zugegeben, ist eine Spielerei, aber toll ist es trotzdem.





    Um die LED-Farbe einstellen zu können, muss man die AIO zuerst einmal mit einem 5-fach Klick ausschalten. Anschließend hält man die Feuertaste so lange gedrückt, bis sich die Leuchtdiode einschaltet. Dann kann mit jeweils einen Klick durch die verschiedenen Farben durcharbeiten. Hat man die richtige Farbe gefunden, einfach warten, bis sich die AIO wieder ausschaltet. Nach dem Aktivieren mit dem obligatorischen 5-Klick hat man dann die gewünschte Farbe für die Effekte zur Verfügung.


    Am Boden der AIO befindet sich mittig ein Entgasungsloch, sollte der Akku sich unvorhergesehener maßen mit Rauch verabschieden. Weiters sind dort Name, Firma und CE-Zeichen aufgedruckt.



    Zuletzt schauen wir uns nochmals an, wie man einen Kopf montiert:


    1. Abnehmen der Top Cap, indem man den AFC-Ring nach unten drückt und die Top Cap herausdreht. Man findet den richtigen Punkt, in dem man den Ring während des Drehens nach leicht nach unten drückt, bis er einrastet.
    2. Den BF-Kopf einfach herunterschrauben und den neuen Kopf hinaufdrehen
    3. Gegebenfalls das Liquid bis zur „max“-Markierung füllen
    4. Die Top Cap samt Kopf in das Tankglas stecken, den AFC-Ring hinunterdrücken und festdrehen.


    Fazit:


    Die eGo AIO-Serie von Joyetech richtet sicherlich vorwiegend an Einsteiger. Dafür ist das Gerät hervorragend geeignet. Durch die verschiedenen Coils und die gut funktionierende Airflow Control kann die AIO sehr gut für persönliche Ansprüche eingestellt werden. Aber nicht nur für Einsteiger ist die AIO da, auch Fortgeschrittene, die einen handlichen Begleiter suchen, finden mit der AIO leicht ihr Auslangen, da die Köpfe wirklich ordentlich Dampf produzieren (vor allem mit der 0,5 Ω DL-Col) und die kleine Dampfe auch sehr gut schmeckt. Dampferherz, was begehrst du mehr. Man kann die eGo AIO D22 uneingeschränkt und guten Gewissens jedem Einsteiger empfehlen, vor allem, wenn man bedenkt, was man für den attraktiven Preis alles bekommt.

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